3rd
Der Reactable ist ein elektronisches Musikinstrument mit einer erfahrbaren/berührbaren Oberfläche bzw. Benutzerschnittstelle (TUI = Tangible User Interface), das als klassischer Modular Synthesizer genutzt wird. Wurde von Sergi Jordà, Martin Kaltenbrunner, Günter Geiger und Marco Alonso an der „Music Technology Group“ am Audiovisuellen Institut der Universität Pompeu Fabra in Barcelona entwickelt. Erste Bilder eines Prototypen tauchten 2004 in den Medien auf. Mehrere Musiker können gleichzeitig das Instrument durch bewegen von physischen Objekten auf einer Multitouch-Oberfläche bedienen. Dabei stellen diese Objekte zum einen die einzelnen Komponenten des Synthesizers da (Generatoren, Filter, Modulatoren etc.) und sie stehen in Relation ihrer Anordnung (Distanz/Verbundenheit) und Ausrichtung (Rotationsrichtung) auf der Oberfläche des Tischs zueinander. Es gibt laut Entwickler keine Bedienungsanleitung, da der Reactable „intuitiv“ erlernbar und spezifizierbar sein soll. Der oder die Benutzer kann die Komponenten des Synthesizers nicht nur -simultan- anfassen, anordnen oder ausrichten, ihm wird auch auf der Oberfläche eine Visualisierung als Effekt seiner Handlungen dargeboten. Diese „dynamic animation“ rührt von einem Projektor unter dem Tisch, der die von einer Kamera eingefangenen Bilder der Ereignisse auf dem Tisch mittels einer Software visuell wiedergibt. Die Software (reac TIVision 1.4) für die Kamera, die die Bilder der Objekte in ein spezifisches Muster (Kontrastbild) umwandelt, ist Open Source und steht zum kostenlosen Download auf der Homepage der Entwickler zur Verfügung. Eine erste Demonstration des Reactables wurde 2006 durchgeführt. Zu sehen war er unter anderem auf der Ars Electronica und dem Sónar-Festival. Björk benutzte den Tisch schon 2007 auf einigen ihrer Konzerte. Gegen Ende 2008 soll es ihn zu kaufen geben. Für wissenschaftliche Zwecke, Museen und Ausstellungen werden aber bereits jetzt schon funktionstüchtige Exemplare hergestellt.
(Quelle: http://reactable.iua.upf.edu/)